Gebetsanliegen für Frauen: kfd vermisst Selbstkritik

Papst Franziskus widmet sein Gebetsanliegen für April den Frauen und erläutert dieses in einem Video. Das begrüßt die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. Aber grundlegende Forderungen des Papstes, wie Gleichberechtigung, Respekt und Menschenwürde, werden in der katholischen Kirche nach wie vor nicht umgesetzt.

„Das Gebetsanliegen des Papstes ist gut gemeint, aber für jede römisch-katholische Frau eine Farce“, meint Prof.`in Agnes Wuckelt, stv. kfd-Bundesvorsitzende. „Das Video dazu zeigt sehr richtig, was in der Welt falsch läuft. Aber es fehlt dem ‚Absender‘ der Botschaft der entscheidende Faktor: die Selbstreflexion der Kirche.“ 

Sätze im Film wie „Nehmen wir den Frauen nicht ihre Stimme“ oder „Wir wollen sie in ihrer Würde und ihren Grundrechten respektieren“ werden in der römisch-katholischen Kirche selbst nicht gelebt. „Ich kann nicht von anderen etwas fordern, was ich selbst nicht erfülle und erkennbar nicht erfüllen will. Denn einen Weg zur Gleichberechtigung und Zugang zu allen Diensten und Ämtern von Frauen in der Kirche zeigt der Papst nicht auf.“ 

Die kfd empfiehlt Papst Franziskus deshalb das Gebetsanliegen zu erweitern: Die Kirche soll Frauen eine gleichberechtigte Stimme durch die Weltsynode und andere synodale Gremien geben. Dann ist das Gebetsanliegen für den Monat April mit dem Absender „Kirche“ wegweisend.

Video des Papstes:

 

Wir beten, dass die Würde und der Wert der Frauen in jeder Kultur anerkannt werden und dass die Diskriminierungen, denen sie in verschiedenen Teilen der Welt ausgesetzt sind, aufhören.

Franziskus – APRIL 2024

Text des Videos von Papst Franziskus:

In vielen Teilen der Welt werden Frauen als Erste Gegenstand der Ausgrenzung.
Es gibt Länder, in denen Frauen keinen Zugang zu finanzieller Unterstützung haben, um ein Unternehmen zu gründen oder eine Schule zu besuchen. Dort gibt es sogar Gesetze, die sie zwingen, sich auf eine bestimmte Weise zu kleiden. Und Genitalverstümmelung wird in vielen Ländern immer noch praktiziert.
Nehmen wir den Frauen nicht ihre Stimme! Berauben wir all die Frauen, die Opfer von Missbrauch geworden sind, nicht ihrer Stimme. Sie werden ausgebeutet, sie werden ausgegrenzt.
Zumindest in Worten sind wir uns alle einig, dass Männer und Frauen die gleiche Menschenwürde haben. Aber in der Praxis ist das nicht der Fall.
Die Regierungen müssen sich verpflichten, überall auf der Welt diskriminierende Gesetze zu beseitigen, und sich dafür einsetzen, dass die Menschenrechte der Frauen garantiert werden.
Wir wollen die Frauen respektieren. Wir wollen sie in ihrer Würde und in ihren Grundrechten respektieren. Wenn wir das nicht tun, wird unsere Gesellschaft keine Fortschritte machen.
Wir beten, dass die Würde und der Wert der Frauen in jeder Kultur anerkannt werden und dass die Diskriminierungen, denen sie in verschiedenen Teilen der Welt ausgesetzt sind, aufhören.

 

Quelle: kfd Bundesverband, Düsseldorf, 4. April 2024.