Gemeindekirchen

Herz Jesu Püsselbüren

Herz Jesu

Zum Esch 7

49479 Ibbenbüren-Püsselbüren

 

Kirchenführer

St. Barbara

St. Barbara

Rheiner Straße 294

49479 Ibbenbüren

 

Kirchenführer

St. Johannes Bosco

St. Johannes Bosco
Erlengrund 10
49477 Ibbenbüren
 

Kirchenführer

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auf dem Gelände des aufgelassenen Gutes Langewiese eine Siedlung, in der 1960 bereits 1.850 Katholiken wohnten. Kirchbauplanungen begannen 1958. Mit der Errichtung eines seelsorglich selbständigen Pfarrektorates wurde 1964 der Bereich unter Einbeziehung eines Teilgebietes aus der Pfarre Püsselbüren Herz Jesu von St. Ludwig abgetrennt. Die Pfarrerhebung erfolgte 1965.

St. Ludwig

St. Ludwig

Groner Allee 50

49477 Ibbenbüren

 

Kirchenführer

Die bauliche Entwicklung der inneren Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen den Landstraßen nach Dörenthe und Brochterbeck (sog. Neustadt) sowie in Langewiese machten eine Aufteilung der Pfarre St. Mauritius erforderlich. Mit der Errichtung eines seelsorglich selbständigen Pfarrektorats wurde 1952 das südliche Stadtgebiet mit Langewiese sowie den Bauerschaften Leben und Schierloh von St. Mauritius abgetrennt. Die Pfarrerhebung erfolgte noch im selben Jahr. Das zur Pfarre gehörende Teilgebiet der Bauerschaft Dörenthe wurde mit dem Brochterbecker Anteil 1963 als Pfarrektorat seelsorglich und vermögensrechtlich verselbständigt. Der größte Teil von Langewiese und die Bauerschaft Schierloh gelangten 1964 zum neuen Pfarrektorat St. Johannes Bosco.

Kurzführer durch die Pfarrkirche

 

Grundsteinlegung: 15.10.1950 durch Dechant Albert Freude, Bevergern
Architekt: W. Kremer, Duisburg
Die Kirche ist aus Ibbenbürener Sandstein
48,2 Meter lang und 18,3 Meter breit. Kirchturmhöhe: 28,4 Meter
Ca. 550 Sitzplätze
4 Glocken 

Kirchweihe: 31.7.1952 durch Weihbischof Heinrich Baaken
Pfarrpatron: Hl. König Ludwig IX. von Frankreich (1214-1270)
Orgel: Ostern 1957; Orgelbaufirma Rohlfink; 3 Manuale, 36 klingende Register
Neugestaltung: 1971; Architekt: Dieter Baumewert, Münster
Chorwandgestaltung: Rupprecht Geiger, München; Erneuerung 1996!
Fenster: 1985; Künstler: Bodo Schramm, Köln 

Der „Rote Punkt“

(ca. 6×6 Meter) Orientierungszeichen, Licht, Wärme, Leben, Zeichen für Christus, Auferstehung, die aufgehende Sonne des neuen Reiches Gottes, Hoffnung. 1996 durch den Künstler pinkfarben erneuert!

Die andere Gestaltung (Leuchter, Ambo, Altar, Kreuz, Tabernakel, Fußboden) ordnet sich dem roten Punkt unter: Plexiglas, Edelstahl, weiße Fliesen, Zeichen dafür, daß Volk Gottes unterwegs ist und in der Kirche keine bleibende, wohnliche Stätte hat.

Hinter dem Altar sind die Urkunden der zwei Altarweihen (1952 und 1971) sowie Reliquien der Heiligen Märtyrer Felix und Clarus eingemauert.

In einem ehemaligen Beichtstuhl ist das auf 16 Stationen erweiterte Kreuzweg-Fenster eingelassen, dessen Darstellungen an Dürers Passionsszenen anklingen. 

Themen der Fenster

(Beginn des Rundgangs: Altar links):
1) Schöpfung (Gen 1,1-3): Unsere Erde, Teil des Kosmos
2) Sintflut (Gen 9,1-11): Arche – ein Bild für Überleben, Neuanfang
3) Turmbau zu Babel (Gen 11,4): Turm, der aus der Mitte gerückt ist – seine Statik trägt nicht
4) Pfingsten (Apg 2,1-4): sich öffnende Menschen
5) Jakobs Kampf (Gen 32,25.27): Der Mensch ringt mit seinem Schatten, die helle mit der dunklen Seite
6) Exodus (Ex 14,29.30): gesprengte Ketten
7) Weihnachten (Jes 11,1-2): Rose
8) Jona (Jona 1,15; 2,1-3): Jona im Bauch des Fisches
9) Hochzeit zu Kana (Joh 2,7-9): Menschen beim Hochzeitsmahl
10) Der verlorene Sohn – Der gute Vater (Lk 15,20): zwei Menschen, die sich die Hände reichen
11) Passion (Lk 23,44-46): Dornenkrone
12) Ostern (Lk 24,13.14.30-32): Menschen auf dem Weg
Die Rosette: Das neue Jerusalem (Offb 21,1-5a)
Das Fenster im Chorraum war bereits 1971 von Bodo Schramm gestaltet worden mit der Vorgabe, das Licht ungefärbt auf den „Roten Punkt“ fallen zu lassen.
Das Fenster am Aufgang zur Orgelbühne zeigt einen stilisierten Brief.

St. Maria Magdalena Laggenbeck

St. Maria Magdalena

Carl-Keller-Straße 1

49479 Ibbenbüren

 

St. Maria Magdalena in Laggenbeck

 

Frühjahr 1836 Bewohner der  Bauernschaften Laggenbeck, Alstedde und Osterledde richten ein Gesuch an Bischof Caspar Max Freiherr von Droste Vischering in Münster mit dem  Wunsch nach einem Gotteshaus und regelmäßigem Gottesdienst durch einen eigenen Geistlichen in Laggenbeck.

 

1838 Die Interessenten in Laggenbeck haben bisher 537 ½ Thaler gesammelt. Es stehen namhafte Grundstücke zur Verfügung. Außerdem sollen Spann- und Handdienste geleistet werden.  Der Provinziallandtag bewilligt für Laggenbeck einen Zuschuss von 300 Thalern.

 

4. Dezember 1838 Der Bischof teilt dem Kirchenvorstand in Ibbenbüren mit, dass man in Laggenbeck den Gottesdienst in eigener Kapelle gestatten wolle.

 

12. Dezember 1841  Schreiben an den Bischof, dass Schule und die angebaute Kapelle fertig sind. Man verpflichtet sich , dem anzustellenden Geistlichen jährlich 95 Thaler zu zahlen,

20  Scheffel Roggen und 270 Kloben oder 90 Pfund Flachs zu geben. Im nächsten Jahre soll das Pfarrhaus gebaut werden. Drei Colone  (Colon = Bauer) haben sich verpflichtet, bis dahin dem Geistlichen Tafel und Logis zu geben.

 

20. Juni 1856  Obwohl Pfarrer Bartmann und Missionar Müller in Tecklenburg sich gegen die Wünsche der Laggenbecker aussprechen, stimmt Münster der Anstellung eines Geistlichen in Laggenbeck zu.

 

14. Oktober 1857 Der Generalvikar bevollmächtigt Dechant Rahfeldt, die Kapelle in Laggenbeck zu benefizieren. Curatpriester Ignaz Kösters soll vorläufig die Vikarie in Laggenbeck übernehmen.

 

28. Oktober 1857 Die Notkapelle wird durch Dechant Rahfeldt benediziert. Pfarrer Bartmann von  bbenbüren  erschien nicht.

 

5. Dezember 1857 Der Bischof gestattet  auch die Messe an den sechs höchsten Feiertagen.

 

25. März 1859  Privatgeistlicher Rählmann aus Ibbenbüren versieht den Gottesdienst in Laggenbeck.

 

12. Februar 1859 Gründung einer Baukommission zum Bau einer neuen Kirche.

 

27. Mai 1861 Der Bau der Kirche wird vergeben. Zimmermann G. Neyer  verpflichtet sich, die gesamten Bauarbeiten zum Preise von 5.395 Thaler auszuführen. Am 20. Juli 1861  wird der Vertrag vom Generalvikariat ratifiziert.

 

15. August 1861 Vikar Baldamus tritt seine Stelle an.

 

1. Januar 1863  Die neue Kirche ist unter Dach.

 

12. Dezember 1863 Dechant Rahfeldt aus Halverde benediziert die neue Kirche.

 

1865 Für die Seitenaltäre werden die Marienstatue und die Josef-Statue angeschafft.

 

1867/68  werden eine Kanzel, ein Beichtstuhl und eine kleine Orgel aufgestellt.

 

1883 Durch W. Kaesekamp und Cl. Neyer wird der Kirchturm gebaut. Die Firma Petit & Edelbrock in Gescher erhält den Auftrag zur Lieferung von drei Glocken.

 

April 1884 Die Glocken werden im Turm montiert.

 

3. Dezember 1884 Vikar Lefert wird Nachfolger von Vikar Baldamus, der zum Pfarrer von Wüllen ernannt wird.

 

21. August 1891 Bischof Hermann  erhebt Laggenbeck zur eigenen Pfarrei St. Maria Magdalena.Vikar Lefert wird zum Pfarrverwalter der neuen Pfarrei ernannt.

 

'14. Dezember 1891 Wahl des ersten Kirchenvorstandes und einer Gemeindevertretung.

 

23. Mai 1892  Der Kirchenvorstand beschließt, einen Friedhof anzulegen.

 

  3. September 1894 Johannes Reiermann  wird der erste Pfarrer in Laggenbeck.

 

1. Mai 1897  Wilhelm Bureik aus Oelde wird Kaplan . Er bezieht die Kaplanei, die durch Pfarrer  Freude der Pfarrei geschenkt wurde.

 

1900  Lehrer Arnold Drüding gründet den Kirchenchor.

 

4. August 1903 Kaplan Anton Laumann aus der Ems Stadt Greven wird sein Nachfolger.

 

19. April 1904 Gründung des  Müttervereins mit 20 Mitgliedern.

 

9. Juni 1907  Gründung des Arbeitervereins (heute KAB).

 

1910    Bau einer Orgel-Empore im Turm-Raum und Anschaffung einer Orgel.  

 

Ende 1914  Die Lichtanlage kann in Gebrauch genommen werden.

 

Februar 1915 Dr. Dr. Joseph Hölker aus Nottuln wird zum Pfarrer von Laggenbeck ernannt.

 

Weltkrieg 1914/1918 Die Gemeinde beklagt 51Gefallene und 12 Vermisste.

 

August 1919 Raubüberfall im Pfarrhaus und in der Kaplanei.

 

Juni 1921 Die Pfarrei wird durch Familien aus Ibbenbüren und der Pfarrei Tecklenburg erweitert.

 

Mai 1921  eupriester August Hackmann feiert seine Heimatprimiz.

 

21. Juni 1925  Kaplan Heilen gründet den Gesellenverein (heute Kolpingfamilie).

 

1. April 1926  Ein Kirchenschweizer nimmt seinen Dienst auf. Einrichtung einer Bücherei in der Kaplanei.

 

Weihnachten 1926 Der Gottesdienst kann in einer gut geheizten Kirche gefeiert werden.

 

1932 Gründung der KAB-Volkstanzgruppe.

 

20. Oktober 1935  Bernhard Eligmann folgt Dr. Dr. Hölker als Pfarrer.

 

Juli  1950 Franz Westmattelmann wird Pastor.

 

Herbst 1950  Gründung der Landjugend.

 

1953/54  Bau des Jugendheimes.

 

1954   Gründung der CAJ.

 

1955  Im Saal des Jugendheimes wird der erste Kindergarten untergebracht.

 

24. Mai 1959 Einweihung der Osterledder Waldkapelle.

 

1960 -1962 Erweiterung der Kirche auf 500 Sitzplätze.

 

1961  Das Ehrenmal für die Kriegsopfer wird abgebrochen.

 

1967  Bau des Kindergartens. August Stroth wird Vorsitzender des neuen  Pfarrgemeinderats.

 

1968 Gebhard Elvenholl wird Pastor.

 

15. Dezember 1971  Der erste Pfarrbrief wird erstellt.

 

15. - 19. Mai 1974 Fünf Tage lang wird das erste Pfarrfest  gefeiert.

 

1978  Engelbert Kreft wird als Pfarrer eingeführt. Erweiterung des Pfarrheims.

 

1980 Neugestaltung  des Kirchplatzes.

 

1981 Abbruch  der Orgelbühne. Eine neue Orgel wird vorn in der Kirche installiert.

 

1984  Das Dach auf dem neuen Teil der Kirche muss erneuert werden.

 

1996   Renovierung der Kirche. Gesamtkosten 80.000 DM.

 

1998   Erweiterung des Kindergartens für vier Gruppen. Einrichtung eines Dritte-Welt- Ladens in der ehemaligen Kaplanei. Umbau des Pfarrhauses.

 

4. Oktober 1998 Michael Mombauer wird als Pfarrer eingeführt.

 

22. - 23. Februar 2002  Gemeinsame Klausurtagung der Pfarrgemeinderäte von St. Mauritius und St. Maria Magdalena.

 

16. März 2005 Pfarrversammlung von St. Mauritius und St. Maria Magdalena.

 

17. April 2005 Abschluss des Fusionsprozesses. Michael Mombauer erhält die Ernennungsurkunde als Pfarrer von Ss. Mauritius – Maria Magdalena durch Weihbischof Franz-Peter van Elst.

 E.W. 14.04.2013

St. Marien Uffeln

St. Marien

Uffeln Mitte 12

49479 Ibbenbüren

 

Kirchenführer

St. Mauritius

St. Mauritius

An der Mauritiuskirche 1

49477 Ibbenbüren

 

Von der Vergangenheit bis zur Gegenwart

UNSERER KIRCHENGEMEINDE UND PFARRKIRCHE

St. MAURITIUS IBBENBÜREN

 

Zu den Glaubensboten, die Karl der Große ins eroberte Sachsenland rief, gehörten auch die Benediktiner aus dem Kloster Toley im Saarland. Diese Missionare bekehrten unsere Vorfahren zum christlichen Glauben. Sie waren es, die das Mauritiuspatrozinium nach Ibbenbüren brachten.

 

799  gründete Karl der Große die Urpfarrei Ibbenbüren als Reichskirche, die im gleichen Jahr von Papst Leo III die Weihe erhielt.

 

838  spätestens 853 wurde die Urkirche nebst dem Oberhof, auf dem sie erbaut war, und 13 andere Höfe in hiesiger Gegend der Abtei Herford geschenkt. Der so entstandene klösterliche Besitz war reichsunmittelbar, d. h. er unterstand in weltlicher Abhängigkeit direkt dem Kaiser, in kirchlicher Angelegenheit dem Papst, nicht dem Bischof.

 

1140   wird die neuerbaute kreuzförmige Basilika als Nachfolgerin der alten Reichskirche durch den Osnabrücker Bischof Udo, einem Edelherrn aus Ibbenbüren, geweiht. .

 

1290  erkannte der Graf von Tecklenburg an, dass er von dem Herforder Hof, dem "Uphof" in Ibbenbüren, jetzt Hof Heldermann gegenüber der Post, Pacht zu zahlen und die Verpflichtung habe, die Äbtissin von Herford bei ihren Rundreisen in hiesiger Gegend zu bewirten. In diesem Jahr wird "Borghardus" als Rektor der Kirche in Ibbenbüren urkundlich genannt.

 

1321   wird zum ersten Mal in Ibbenbüren ein Pfarrer Israel genannt.

 

1345  wird die von der Abtei in Ibbenbüren gegründete Lateinschule bezeugt.

 

1417    schenkt der Graf von Tecklenburg zur Wiedergutmachung des im Kriege geschehenen Unrechts eine Glocke und kirchliche Geräte.

 

1450    werden Armenhaus und Siechenhaus als Eigentum der Kirche bezeugt.

 

1488    erbaute die adelige Familie von Gogreve auf dem Kirchhof ein neues Armenhaus.

 

1521  begann man mit dem Abbruch der baufälligen Basilika. Derzeitiger Pfarrverwalter war Johannes Grest.

 

1523  legte Johannes von Brumleve als Pfarrverwalter den Grundstein für eine neue Mauritiuskirche, die jetzige Christuskirche.

 

1529 wird Johannes Grest als Pfarrer in Ibbenbüren genannt. Er vollendete den begonnenen Bau im Jahr 1533.

 

1527 - 1547  fand unter dem Grafen Konrad von Tecklenburg die Reformation

in Ibbenbüren Eingang. Mit dem Wechsel der politischen Herrschaft Tecklenburgs, Spaniens, der Niederlande, des Fürstbistums Münster und

wiederum den Oraniern und zuletzt der preußischen Krone war jedes Mal ein Wechsel der Konfessionen verbunden.

 

1550 wurde Ibbenbüren dem neu errichteten Bistum Deventer zugeteilt wurden die zur Mauritiuspfarrei gehörenden Kapellen in Alstedde und die Katharinenkapelle in Dörenthe von tecklenburgischen Raubscharen zerstört.

 

1674 wurde die Kirche endgültig den Protestanten übergeben. Die Katholiken erbauten im Brumleytal die Bramkirche, in der bis 1717 für sie der Gottesdienst abgehalten wurde.

 

1717 - 1722  feierte die katholische Bevölkerung in der abgebrochenen und auf dem Uphof wieder aufgestellten Bramkirche den Gottesdienst.

 

1722   Weihe der neuen Mauritiuskirche, einer Fachwerkkirche, an der jetzigen Stelle der Mauritiuskirche.

 

1784  von diesem Jahr ab bis 1954 konnte bei Beerdigungen auf Wunsch das Geläut bei beiden Kirchen, sowohl bei der Christuskirche als auch bei der Mauritiuskirche von der Bevölkerung beider Konfessionen bestellt werden. Dieser Brauch wurde abgeschafft.

 

1795   Die Kirche wird durch die englisch-hannoverschen Truppen, die vor den Franzosen flohen, in ein Lazarett verwandelt. Die Orgel, kostbare Bilder, Statuen und die Kommunionbank wurden beschädigt oder verbrannt. Während dieser Zeit durften die Katholiken für ihren Gottesdienst die Christuskirche benutzen.

 

1831   Am 22. September dieses Jahres erhielt die jetzige Mauritiuskirche ihre Weihe.

 

1833'  Fertigstellung des Turmes.

 

1854   fand die erste Wallfahrt nach Telgte statt.

 

1858   Gründung des Sankt-Elisabeth-Hospitals.

 

1861   Abpfarrung der Bauernschaft Laggenbeck.

 

1899    Gründung des Josefs Stiftes.  Ausmalung der Kirche durch den Kirchenmaler Augustin Kolb.

 

1945   Beschädigung der Kirche durch feindliche Granaten.

 

1949   wurde die Modestus-Kirche in Dörenthe geweiht.

 

1950   Weihe der Herz-Jesu-Kirche in Püsselbüren,

 

1951   Die Sankt-Barbara-Kirche in Dickenberg erhielt ihre Weihe.

 

1952   In der Neustadt wurde die Sankt-Ludwig-Kirche geweiht.

 

1953   Weihe der Sankt-Michael-Kirche auf dem Schafberg.

 

1958    Ausmalung der Mauritius-Kirche in Ibbenbüren.

 

1964    Die Sankt-Johannes-Bosco-Kirche erhielt ihre Weihe.

 

1969    Die Sankt-Mauritius-Kirche erhielt Fernheizung.

 

1968-1996  Johannes Lammers kath. Pfarrer.

Unter seiner Leitung wird die Kirche renoviert und eine neue Orgel installiert.

1974 Eröffnung der bischöflichen Roncalli Realschule.

Januar 1975

Gemeindereform fügt Stadt- und Landgemeinde zur Stadt Ibbenbüren zusammen.

1984 Eröffnung des Neubaus des kath. St. Elisabeth-Hospitals. Durch Zusammenschluss mit dem ev. v. Bodelschwingh Krankenhaus 1997 entsteht eine ökumenische Krankenanstalt mit dem Namen Klinikum Ibbenbüren.

1997- 2006 Erich Elpers wird kath. Pfarrer in St. Mauritius. Unter ihm wird die Kirchenrenoviert und erhält in der Innenausstattung ein neues Gesicht

.

17.04.2006 Der Bischof von Münster erhebt eine neue Gemeinde. Die beiden Pfarreien, St. Mauritius Ibbenbüren und St. Maria-Magdalena Laggenbeck fusionieren zur neuen Kirchengemeinde Ss. Mauritius-Maria –Magdalena.

 2006 – 2007 Michael Mombauer wird Pfarrer der neuen Fusionsgemeinde.

2007- 2013 Thomas Lemanski wird als neuer Pfarrer von Ss. Mauritius-Maria – Magdalena vom Bischof aus Münster ernannt.

Im Jahr 2013 wird die Kirche renoviert.

26.01.2014 Pastor Stefan Dördelmann und Pastor Paul Hagemann werden  als neue Pastöre der Gemeinde Ss. Mauritius-Maria Magdalene  vom Bischof aus Münster ernannt.

22.09.2019  Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, führt die Gemeinden

                                    St. Maria Magdalena, Laggenbeck, St. Ludwig,

                                    St. Johannes Bosco, St. Michael, St. Barbara,

                                    Herz Jesu Püsselbüren,St. Marien Uffeln,

                                    St. Modestus, Dörenthe,

                                    St. Peter und Paul, Brochterbeck zu einer Pfarrgemeinde

                                  St. Mauritius zusammen.

                                 

Die Urgemeinde St. Mauritius, die 1140 gegründet wurde, und im Laufe der Geschichte der Kirchengemeinde in unterschiedliche Kirchengemeinden geteilt wurde, wurde am 22.0.92019 vom Bischof zu Münster, Dr. Felix Genn, wiedervereint.

Ergänzung L.B./22.09.2019)

 

 

 

 

St. Michael

St. Michael

An der Michaelkirche 10

49477 Ibbenbüren

 

Kirchenführer

St. Modestus Dörenthe

St. Modestus

Münsterstraße 530

49479 Ibbenbüren

 

Kirchenführer

1487 wird eine Katharinenkapelle an der Landstraße Ibbenbüren-Münster erwähnt. Vermutlich wurde sie unter Graf Konrad von Tecklenburg in der Reformationszeit abgebrochen. Auf dem Platz, der die Flurbezeichnung »Kiärkhoff« trägt, stehen zwei alte Steinkreuze (16. Jahrhundert?). In der Bauerschaft Dörenthe entwickelte sich seit der Jahrhundertwende in der Nähe des Dortmund-Ems-Kanals an der Münsterstraße eine dörfliche Ansiedlung. Bestrebungen zum Kirchbau gab es seit 1914. Nach 1945 fand Sonntagsgottesdienst zunächst im Privathaus Ottmann, später auf dem Hof Ahmann statt. Ein Kapellenbauverein konstituierte sich 1947. Der 1949 eingerichtete Seelsorgebezirk wurde 1963 als seelsorglich und vermögensrechtlich selbständiges Pfarrektorat von Brochterbeck und Ibbenbüren St. Ludwig abgetrennt. Die Pfarrerhebung erfolgte 1985.

St. Peter und Paul Brochterbeck

St. Peter und Paul

Am Mühlenteich 4

49545 Tecklenburg

 

Kirchenführer

Auf dem Oberhof Brochterbeck (1150 Brotterbike) gründeten die Ritter von Brochterbeck, Tecklenburger Ministeralen, eine Eigenkirche, die 1198 als Kapelle und 1320 als Pfarrkirche genannt wird. Das Kirchspiel wurde von der Urpfarre Ibbenbüren abgetrennt und unterstand dem Archidiakonat des Dompropstes in Osnabrück. Als Patrozinium galt anfangs St. Maria, später St. Katharina. Erst im 17. Jahrhundert werden St. Peter und Paul genannt. Brochterbeck wurde 1515 als Teil der Obergrafschaft mit der Niedergrafschaft Lingen vereinigt. Nach 1541 führte Graf Konrad von Tecklenburg das evangelische Bekenntnis ein. Unter den Oraniern wurde 1592 ein reformierter Prediger ernannt, der 1605 wiederum durch einen katholischen Geistlichen ersetzt wurde. Durch das oranische Reformationsedikt von 1648 wurden Kirche und Kirchengüter endgültig den Reformierten übertragen. Da den Katholiken seit 1674 jegliche Religionsausübung untersagt war, erbauten sie in der Bauerschaft Dörenthe beim sog. Haarhause auf dem Hof Stork eine Notkapelle. 1702 fiel die Grafschaft Lingen an den preußischen König. Aufgrund der »Concession der katholischen Religionsausübung« Friedrich Wilhelm I. von 1717 konnten die Katholiken 1718 eine einfache Fachwerkkirche errichten, die bis 1809 in Gebrauch war. Wegen Einsturzgefahr des Gebäudes wurde von 1809 bis zum Neubau der heutigen Pfarrkirche im Jahr 1860 die evangelische Kirche mitbenutzt. 1821 kam Brochterbeck zum Bistum Münster. Ein Teil der Bauerschaft Dörenthe wurde 1903 nach Ibbenbüren umgepfarrt, 1963 aber wieder abgetrennt, als Dörenthe zu einem seelsorglich und vermögensrechtlich selbständigen Pfarrektorat erhoben wurde. Das Pfarrgebiet umfaßt heute neben dem Dorf die Bauerschaften Holthausen, Horstmersch, Oberdorf, Niederdorf und Wallen-Lienen.

Kapellen

Bruder-Klaus-Kapelle / Befestigungsanlage Dörenthe

Münsterstraße 425, 49479 Ibbenbüren-Dörenthe

 

Die Kapelle auf dem Dörenther Berg wurde zu Ehren des Hl. Nikolaus von Flüe errichtet. Er wurde 1417 in Flüeli (Ranft) in der Zentralschweiz geboren. Gemeinsam mit seiner Frau baute er sich einen Bauernhof auf und brachte es zu Wohlstand. Als angesehener Mann und Vater von zehn Kindern war er in vielen Ämtern, unter anderem als Bürgermeister, in der Gemeinde tätig. Im Alter von 50 Jahren verließ er seine Familie, um als Eremit zu leben. Durch seinen Rat wurden 1481 (Stanser Verträge) die inneren Konflikte des Bundes der Eidgenossen beigelegt, weshalb er als „Friedensheiliger“ gilt. Er starb 1487 und wurde 1947 heiliggesprochen. Die Kapelle zu seinen Ehren errichtete man mit großem Einsatz der Katholischen Landvolk- und der Katholischen Landjugendbewegung, die sich aufgrund seiner bäuerlichen Herkunft mit Nikolaus von Flüe besonders verbunden fühlten. Am 22. Oktober 1967 konnte die nach Plänen der Architekten Niederberghaus und Leistner aus Mettingen erbaute Friedenskapelle durch Weihbischof Laurenz Böggering geweiht werden. Ganz bewusst ist sie schlicht und aus dem heimischen Ibbenbürener Sandstein gestaltet.

 

Kirchenführer

 

Text zur Grundsteinlegung am 16. April 1967

 

Bodendenkmal "Befestigungsanlage Dörenthe"

Kapelle "Maria Wegweiserin" Holthausen

Hoch oben im Teutoburger Wald steht eine Kapelle, die der Gottesmutter geweiht ist. Wer auf dem Hermannsweg wandert oder wer von Brochterbeck nach Bad Holthausen geht, kann sie nicht verfehlen. Sie ist weder eine Wallfahrts- noch eine Prozessionskapelle. Größere Besucherzahlen gab es in der Regel lediglich einmal im Jahr, wenn sich im Marienmonat Mai Kolpingbrüder aus Brochterbeck und aus umliegenden Gemeinden dort zur Andacht einfanden. 

Das ganze Jahr über aber wird sie gern und oft von Wanderern aufgesucht, die hier in der Stille des Waldes Einkehr halten. Viele Berichte und Beschreibungen liegen von dieser wunderbaren Kapelle vor, so dass hier nur einige Aspekte besonders benannt werden sollen:
Im September 2009 wurde die 97-jährige Hedwig Stallmeyer-Teepe vom ehemaligen Nachbarn Hubert Rottmann und seiner Frau Klara aufgesucht, um mit ihr über die Kapelle zu sprechen. Anwesend waren auch ihr Sohn Josef mit Frau Anneliese, in deren Händen nun die Pflege der Kapelle liegt. Die Inhalte des Gespräches sind Teil des Gesamttextes. Über eine Begebenheit jedoch, die sie begeistert erzählte, soll hier berichtet werden: „Es mag an einem Frühlingsmorgen vor 10 Jahren gewesen sein, als ich mit der Nachbarin Maria Walter (gest. 2005) den alltäglichen Frühdienst versah, also das Aufschließen, die Reinigung der Kapelle usw.. Als wir also auf dem Weg zur Kapelle waren, begleitete uns ein Kuckuck. Mal war er vor oder hinter uns, mal lief er auch neben uns her, dabei rief er dauernd sein ‚Kuckuck, Kuckuck‘. Nachdem wir unsere Arbeit verrichtet hatten, begleitete er uns wieder und rief den ganzen Rückweg sein ‚Kuckuck, Kuckuck‘. Das war ein wunderschöner Morgen.“-
Im Buch „850 Jahre Brochterbeck“ schreibt Josef Rottmann: „Der Mittelpunkt der ganzen Bewegung ist die Kapelle der ‚Dreimal Wunderbaren Mutter‘ in Schönstatt.“ Die Schönstattbewegung war vom damaligen Kaplan Plietker in Brochterbeck stark verbreitet worden. Der Tag der Einweihung der Kapelle war gewiss nicht zufällig, sondern sehr bewusst gewählt worden: Es war der 18. August 1935, am Fest ‚Maria Himmelfahrt‘.
Es liegen uns leider keine Hinweise vor, ob das Jahr der Einweihung bewusst geplant war. Durchaus denkbar aber ist, dass auch das 75-jährige Bestehen der Pfarrkirche ‚St. Peter und Paul‘ terminlich bedacht worden war. Demnach kann auch dieses Kapellchen jetzt ihr Jubiläum feiern: Seit 75 Jahren ist sie nun unsere Waldkapelle.

Erbaut wurde sie in rund neun Monaten. Steine und Holz wurden gestiftet von Landwirten und Waldbesitzern in Brochterbeck-Holthausen. Eine ganz besondere Aufgabe erfüllten die beteiligten Handwerker und Mitarbeiter, denn die Steine mussten im Berg gebrochen, transportiert, beschlagen und schließlich vermauert werden. Das geschah in der damals gering bemessenen Freizeit und selbstverständlich ohne finanziellen Lohn. So ist auch die Hinwendung der Kolpingfamilie zu der Kapelle historisch begründet, denn einige der Vorfahren hatten den Bau in einer recht schwierigen Situation begonnen und glücklich vollendet.Zur Einweihung im Jahre 1935 waren die Nationalsozialisten bereits länger als zwei Jahre an der Macht. Es war ihnen gelungen, fast alle Organisationen und Institutionen unter ihre Kontrolle zu bringen. Das Zauberwort dafür hieß ‚Gleichschaltung‘. Es ist zu vermuten, dass die am Bau der Kapelle Beteiligten unter den gegebenen Verhältnissen hin und wieder angefeindet wurden, dass sie mitunter einem öffentlichen Druck standhalten mussten. Leider fehlen uns hier schriftliche Unterlagen. Aber die Schwierigkeiten jener Zeit, das weiß die ältere Generation aus Erzählungen, waren insgesamt nicht gering. Umso höher ist die Standhaftigkeit dieser Männer für ihre Überzeugung, für ihren Glauben zu gewichten.
Noch schwieriger mag die Situation für den Besitzer des Grundstückes gewesen sein. Aber auch hier fehlen die betreffenden Unterlagen. Es dürfte jedoch nicht zutreffend sein, wenn in einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1994 zu lesen ist, dass dieses Grundstück dem Eingriff des Hitler-Regimes entzogen war, da es sich in Privatbesitz befand. Denn das Regime hatte genügend Mittel und Wege, solche Vorhaben zu verhindern. Man kann jedoch spekulieren, warum sie es geduldet haben.

Für die Familie Stallmeyer, genannt Teepe, als Eigentümer erfüllte sich dagegen ein Traum. Seit dieser Zeit, also seit nunmehr 75 Jahren, wird die Waldkapelle von der Familie Stallmeier unter Mithilfe von Nachbarn gepflegt und geschmückt. Magdalene Bäumer hat mit Hedwig Stallmeier im Juli 2009 folgendes Gespräch geführt:
Magdalene Bäumer: „Hedwig, kannst du mir etwas über den Bau der Kapelle erzählen?“
Hedwig Stallmeier: „Als die Kapelle erbaut wurde, war ich noch nicht hier in Holthausen. Ich weiß aber, dass der Bau größer geplant war, doch das Nazi-Regime hat dies nicht erlaubt. Es gab keine Genehmigung. Da aber die Kapelle auf dem Grund der Familie Stallmeier gebaut wurde, war dies auch Privatsache. Aber als Frau kümmert man sich ja nicht so darum, wenn gebaut wird. Ich weiß noch, dass Martin Grüter, ein Rothert, Ewald und Josef Stallmeier beim Bau dabei waren.“
M.B.: „Es musste doch bestimmt oft etwas repariert werden, wie wurde denn dies bezahlt?“
H.St.: „In der Kapelle ist ein Opferstock, und die Beter spenden fleißig. Jetzt wurde noch ein neuer Teelichtleuchter gespendet. Einmal schlug sogar der Blitz ein, und das Dach und die Eingangstür wurden beschädigt. Alle paar Jahre wird die Kapelle gestrichen, da Wände und die Decke von den Kerzen dunkel werden. Oft sind auch Bänke und Gegenstände geklaut worden, darum müssen wir die Kapelle abends immer verschließen.“

M.B.: „Hedwig, die Kapelle ist immer wunderschön mit Blumen geschmückt, damit hast du doch auch viel Arbeit!“
H.St.: „Ja, viele Jahre habe ich für den Blumenschmuck gesorgt. Aber ich hatte auch Hilfe, zum Beispiel von Liesbeth Stroth, Maria Walter, Paula Voß, die ja alle schon gestorben sind. Auch Änne Middendorf hat viel geholfen. Ich hoffe, dass ich alle genannt habe. Heute übernimmt meine Schwiegertochter Anneliese diese vielfältigen Aufgaben. Die Blumen kommen zumeist aus unseren Gärten, aber von den Spendengeldern können wir auch welche kaufen.“
M.B.: „Du hast doch sicher manches erlebt auf dem täglichen Weg zur Kapelle?“
H.St.: „Ach, ich könnte dir so viel erzählen, aber ich schweige lieber hierzu. Doch einmal habe ich in der Kapelle einen Geschäftsmann aus Ibbenbüren angetroffen. Na ja, ich dachte, der ist doch evangelisch. Er erzählte mir dann, dass seine Frau schwer krank sei und er hoffe, hier in der Kapelle Trost zu erfahren.“ –

 

aus: 150 Jahre St. Peter und Paul Brochterbeck, Zeiten und Menschen — Gestern und Heute; Münster 2010, S. 172-175

Waldkapelle in Osterledde " Ein besonderes Kleinod"

 

 

Zwei Kilometer östlich von Laggenbeck und 6 km von Ibbenbüren entfernt, liegt die kleine Bauerschaft Osterledde in traumhaft schöner  Landschaft auf einem Ausläufer des Schafberges. Auf einer Anhöhe in der Nähe der ehemaligen zweiklassigen Volksschule Osterledde steht die Marienkapelle mitten in einem Waldstück. 2017 wurde ihr 60-jähriges Jubiläum gefeiert.

Zu ihrer Entstehung ist Folgendes zu erzählen:

Im Jahr 1951 bekam die Bauerschaft Osterledde einen neuen Schulleiter, Herrn Georg Keiner. Dieser war tief davon überzeugt, dass Elternhaus, Schule und Kirche eine Einheit bilden sollten, um gemeinsam die kommende Generation nach einem christlichen Menschenbild heranzubilden. Nach den schrecklichen Ereignissen vor und während des 2.Weltkrieges war die Sehnsucht  der Menschen nach Frieden ganz besonders groß. Gebete um Frieden und Liebe untereinander und in der Welt      würden sehr viel zu einem dauerhaften Frieden beitragen können.

Deshalb suchte Lehrer Keiner nach einem geistigen Mittelpunkt für die Bewohner der Bauerschaft  Osterledde. Die Pfarrkirche in Laggenbeck war – besonders für die Schulkinder – zu weit entfernt, um sich dort wochentags zum Gebet einzufinden.

Von Beginn seiner Amtszeit an betete der Schulleiter allmorgendlich  ein Gesätz des sogenannten „Fatima-Rosenkranzes“ mit seinen Schulkindern in Gedanken an die Botschaft, die die Madonna während der Erscheinungen in Fatima den „Seherkindern“ gegeben hatte.

So reifte in ihm die Idee, mit Hilfe der Osterledder Bevölkerung, besonders der schulentlassenen Jugend, eine Marienkapelle zu bauen. Zusammen mit dem damaligen Schulpflegschaftsvorsitzenden besuchte er jede einzelne Familie in Osterledde und erzählte von seinem Vorhaben. Das Ergebnis dieser Besuche war überwältigend: Es gab in Osterledde keine Familie, die sich nicht in irgendeiner Weise am Kapellenbau beteiligen wollte. Jeder brachte unentgeltlich ein, was er konnte: Bauer Konermann stellte das Grundstück zur Verfügung, ein Ingenieur zeichnete die Baupläne, ein Osterleddder Steinbruchbesitzer stiftete de Sandsteine, die von den schulentlassenen Jugendlichen unter seiner Leitung gebrochen wurden. Die mühevolle Arbeit des Bossierens aller Steine übernahm ein alter Maurer ganz allein. Bei den Arbeiten am Bau wechselten sich die Väter nach Feierabend regelmäßig ab. Schulleiter und Jugendliche arbeiteten als Handlanger. Zwei Brüder – Zimmermann und  Schreiner – fertigten unentgeltlich aus dem gestifteten Holz Dachstuhl, Bänke und die besonders schöne Tür. Die Jägerschaft stiftete die Glocke und ein Osterledder Gärtner kümmerte sich um die Außenanlagen.

Um den Angehörigen der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege einen Platz des Gedenkens und einen Platz zum Trauern ganz in ihrer Nähe zu geben, wurden in der Kapelle zwei Marmortafeln mit den Namen der Gefallenen und Vermissten aus Osterledde angebracht.

Nun musste noch die Marienstatue in Auftrag gegeben werden. Der Schulleiter schlug vor, den Auftrag einer  Bildhauerin zu erteilen, die aus Ostpreußen hatte fliehen müssen. Als christliche Künstlerin hatte sie unter dem Hitlerregime und im Zweiten Weltkrieg besonders gelitten. Sie wurde gebeten, eine Staue zu schaffen, die die Gedanken der Botschaft von Fatima wiedergeben, aber im Äußeren die westfälischen Menschen ansprechen sollte.

Die Künstlerin Walli Keil schuf nun die „Osterledder Madona“. Maria schaut den Beter mütterlich an und all‘ ihre Sorge um den Menschen kommt in dem gütigen Antlitz zum Ausdruck. In demütiger Haltung ruht die eine Hand auf ihrem Herzen, während sich die andere Hand schenkend dem Menschen öffnet.

Im Mai 1957 wurde die Kapelle feierlich im Beisein aller Osterledder eingeweiht. Sechs Jahre lang wurde hier – beginnend mit dem Monat Mai bis einschließlich Oktober – an jedem Donnerstag und Sonntag von Lehrer Keiner eine Andacht gehalten, in der der „Fatima-Rosenkranz“ für den Frieden gebetet wurde. In jeder Gebetsstunde wurde auch der Gefallenen und Vermissten auf den beiden Gedenktafeln gedacht. Im Mai und Oktober versammelten sich die Schulkinder mit ihren Lehrpersonen vor Beginn des Unterrichts zu Maiandachten in der Kapelle. Zweimal täglich erklang die Glocke zum „Engel des Herrn“. Ebenso wurde sie bei Hochzeiten, zum Messbeginn oder bei Todesfällen während der Beisetzung geläutet.

1963 wurde der Schulleiter schwer krank, wurde frühpensioniert und die kleine Schule Osterledde wurde geschlossen. Die Familie musste wegziehen. Damit fielen die bisherigen Marienandachten weg. Die Kapelle blieb aber weiterhin ein Ort der Andacht, der Stille und des Gebetes.

In den folgenden Jahrzehnten haben Frauen aus Osterledde, die einen Blumengarten hatten, auch weiterhin liebevoll die Ausschmückung der Kapelle übernommen. Jahrzehntelang hat auch der Schützenverein sich um die Kapelle gekümmert. Heute kümmern sich zwei Familien um ihren  Erhalt.

Bis vor einigen Jahren versammelten sich am Volkstrauertag die Schützen zusammen mit der Osterledder Bevölkerung an der Kapelle zu einer Kranzniederlegung, um ihrer Gefallenen und Vermissten zu gedenken. Es gab einen Wortgottesdienst unter Mitwirkung des Posaunenchores  der evangelischen Johannesgemeinde.

Seit Jahren findet an der Waldkapelle auch die Aufnahme der Jugendlichen aus Laggenbeck und Osterledde in die Landjugend statt. Im Mai halten die Mitglieder der verschiedensten Gruppen hier ihre Maiandachten, und im Oktober finden sich immer wieder kleine Gruppen zum Rosenkranzgebet zusammen. Stirbt jemand aus Osterledde, treffen sich hier Nachbarn, Freunde und Verwandte, um für den Verstorbenen zu beten. Wenn die Familien es wünschen, wird auch heute noch das Glöckchen während einer Trauung, einer Silber- oder Goldhochzeit, oder während der Beisetzung geläutet.Inzwischen machen hier auch viele Wanderer Rast. Der Wanderweg von Tecklenburg nach Mettingen führt direkt an der Waldkapelle vorbei, und die Bänke vor der Kapelle laden zum Verweilen ein. Manche finden auch den Weg in’s Innere der Kapelle, zünden dort Kerzen an und beten.So ist die kleine Waldkapelle mit ihrer mütterlichen „Fatima-Madonna“ aus Ibbenbürener Sandstein noch immer ein Ort der Ruhe, der Zuflucht, des Gebetes und des Friedens. Für die Osterledder ist sie seit nun mehr als sechzig Jahren der geistige Mittelpunkt ihrer Bauerschaft.

M. Ademmer